Helfen und heilen.

25. Feb 2021 | Medizin

Kunststoffe sind aus der Medizin nicht mehr wegzudenken

Mehr als die Hälfte aller weltweit hergestellten Medizinprodukte bestehen aus Kunststoff. Die speziellen Anforderungen in der Medizin führen dazu, dass Kunststoffe in einigen Bereichen eine Monopolstellung haben wie in der Dialyse, bei Blutbeuteln oder Sondennahrung. Sie decken Hochtechnologie genauso ab wie scheinbar profane Hilfsmittel.

Schläuche und Kabel sind heute hochpräzise Produkte, ermöglichen die Einhaltung genauer Durchflussmengen und Druckangaben. Der Werkstoff findet sich sowohl in der Schutzkleidung als auch in der Ausstattung eines Operationssaals und hilft somit, Hygiene und Aseptik in der Medizin zu garantieren. Und sterile Kunststoffverpackungen sorgen dafür, dass die Schnuller auf der Neugeborenenstation, Einmalspritzen, Skalpelle, Wundpflaster, Arzneimittel und Flüssigkeiten stets höchste Sicherheitsstandards erfüllen.

Allgegenwärtig sind derzeit die Bilder von Intensivstationen mit ihren Schläuchen, Kathetern und Überwachungsgeräten. Überall sind hochwertige Kunststoffe im Spiel. Hochspezialisierte Polyamide oder Polyetherblockamide zum Beispiel garantieren eine sichere medizinische Behandlung und schützen die Patienten vor Keimen und Schadstoffen.

Kunststoff Auto Zukunft

Überlegene Implantate

Daneben werden Kunststoffe inzwischen aber auch im Körper eingesetzt. In Form von Implantaten unterstützen oder ersetzen sie für einen längeren Zeitraum, oft sogar lebenslang, die Funktion betroffener Knochenpartien – etwa an der Wirbelsäule oder in Gesichtspartien. Für den Körper sind alle Arten von Implantaten Fremdkörper. Es kommt deshalb darauf an, dass die verwendeten Materialien möglichst so fest und gleichzeitig elastisch sind wie körpereigene Knochen und im Körper nicht ermüden. Inzwischen sind Implantat-Kunststoffe den Varianten aus Metall meist überlegen.

Vor allem lassen sich gut sterilisieren und weisen eine hohe Biokompatibilität auf. Denn Hochleistungskunststoffe für Langzeitimplantate werden nach strengsten Qualitätsstandards getestet, um sicherzustellen, dass keine negativen Reaktionen mit dem Körper stattfinden. Dass die Materialien durchlässig sind für Röntgenstrahlen erleichtert den Ärzten zudem die richtige Platzierung ebenso wie die Nachbehandlung.

 

Innovative Fertigung mit 3D-Druck

Um patientenspezifische – individuelle – Implantate herzustellen, bedarf es einer gut abgestimmten Fertigungstechnologie. Die marktüblichen Implantate werden bisher aus Granulat oder Halbzeug gefräst, formgepresst oder im Spritzgießverfahren extrudiert und in einer Vielzahl an Standardmaßen vertrieben. Inzwischen ist man einen Schritt weiter: Die Entwicklung der ersten 3D-druckfähigen Implantatmaterialien eröffnet der modernen Medizintechnik neue Möglichkeiten zur individuellen Behandlung von Patienten.