Gegen Hunger und Durst

30. Mrz 2021 | Ernährung / Landwirtschaft

 

Kunststoffe verbessern die Versorgung mit Nahrungsmitteln

 100 Jahre Kunststoffe – das bedeutet auch wichtige Innovationen für die Landwirtschaft. Die punktgenaue Verwendung verschiedener Kunststoffarten schützt empfindliche Ackerfrüchte und sichert die Ernährung breiter Bevölkerungsteile – und das bei einem nachhaltigen Ressourceneinsatz. Gleichzeitig verhindern Kunststoffrohre die Verschwendung von Wasser und Nährstoffen.

 

Schutz durch Folien

Indem man Kulturpflanzen in Gewächshäusern oder unter Kunststofffolien züchtet, verringert sich der Einsatz von Pestiziden. Agrarerzeugnisse wachsen so unter idealen Bedingungen, geschützt vor Extremwetter oder Schädlingen.

Das Abdecken des Bodens mit einer Plastikfolie verringert nämlich die Verdunstung und hilft, den Boden feucht zu halten. Dieses Mulchen verbessert die Temperaturbedingungen für die Pflanzenwurzeln, schützt vor Erosion und verringert das Wachsen von Unkraut und somit den Wettbewerb um Wasser und Nährstoffe.

Am Nutzungsende hilft die Kunststoffindustrie mit, Kunststoffe aus der Landwirtschaft wieder zurückzuführen. Mit dem Sammelsystem ERDE etwa, einem einzigartigen Rücknahmekonzept für Erntekunststoffe, sollen bis 2022 in Deutschland 65 Prozent aller auf den Markt gebrachten Silo- und Stretchfolien gesammelt und recycelt werden.

Landwirtschaftsfolien, BASF 2019

Ernteverluste verhindern

Unverzichtbar sind auch Kunststoffverpackungen: Sie schützen Lebensmittel und halten sie länger frisch. Und sie sorgen dafür, dass nicht so viel Nahrung auf der Strecke bleibt. In den Entwicklungsländern verderben Schätzungen zufolge rund die Hälfte der Nahrungsmittel, bevor sie überhaupt die Verbraucher erreichen – also nach der Ernte, beim Transport oder während der Verarbeitung. In Europa liegt diese Quote bei nur etwa drei Prozent.

Dafür sorgen auch Kunststoffverpackungen, die dank ihrer einzigartigen Eigenschaften die Lagerfähigkeit von Nahrungsmitteln verdreifachen können. So gelang es einer britischen Handelskette, mit einer optimierten Verpackung für Fleisch die Verderbnisrate von sechzehn auf vier Prozent zu senken. Das spart Geld, Wasser und CO2: Allein die Produktion von einem Kilo Rindfleisch setzt bis zu 13 Kilogramm Kohlendioxid frei, während bei der Herstellung einer Kunststoffverpackung für das Fleisch gerade einmal rund 200 Gramm CO2 anfallen.

Kunststoff Zukunft Mobilität Reisen Nachhaltig

Helfer in der Not

Mehr als eine Milliarden Menschen weltweit haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Laut Weltgesundheitsorganisation sterben jährlich 1,8 Millionen Menschen an den Folgen von Magen-Darm-Erkrankungen, hervorgerufen durch schmutziges Wasser. Kunststofffilter in mobilen Wasseraufbereitungsanlagen tragen in trockenen Regionen zu einer nachhaltigen Sicherung der Wasserressourcen bei. Solche leichten, einfach zu bedienenden und preiswerten Anlagen wandeln vor Ort große Mengen von Schmutzwasser in Trinkwasser um. Ein etwa 30 Zentimeter langes Kunststoffgehäuse mit polymeren Filtermembranen entfernt Viren und Bakterien. ohne dass Strom oder Chemikalien nötig wären. Das Risiko von Magen-Darm-Erkrankungen wird so drastisch vermindert.

Doch es geht auch profaner: So eignen sich Rohre aus Kunststoff überall auf der Welt ausgezeichnet für den sicheren und sauberen Transport von Wasser. Trinkwasser wird so vor Verunreinigungen geschützt. Und Abwasser sickert nicht in die Umwelt und belastet wertvollen Ackergrund – denn Leckagen sind bei Kunststoffrohren so gut wie ausgeschlossen.